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2. Kulturfest
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Impressionen

Helene HofmannGrußwort Helene Hofmann, Bürgermeisterin von Bad Sachsa

anlässlich der Vernissage
"Kinder malen barrierefrei" am 9.5.2004


Meine sehr geehrten Damen und Herren, verehrte Gäste,

zum 2. Mal darf ich an einem sonnigen Sonntagmorgen bei der Eröffnung einer Ausstellung im Hotel Schützenhaus dabei sein, die Teil des 2. Kulturfestes Bad Sachsa ist und einfach dazu gehört.

Ich freue mich hier zu sein und Sie alle begrüßen zu dürfen. An dieser Stelle darf ich Ihnen auch die herzlichen Grüße des Rates und der Verwaltung der Stadt Bad Sachsa überbringen.

Gleich vorab gesagt: Wir stehen als Stadt weiter hinter der Idee dieses Kulturfestes und würden uns wünschen, dass es im nächsten Jahr eine Fortsetzung finden wird. Im vergangenen Jahr war im Vorfeld noch mehr Skepsis zu hören, manchmal sogar Ungläubigkeit, dass ein derartiges Kulturfest in unserer ruhigen Stadt stattfinden kann.

Ich sage Ihnen, es kann und es sollte - aus meiner Sicht - auch weiterhin stattfinden.

Und ich bin sicher, es kann sich als fester Bezugspunkt im Mai in unserem Veranstaltungsprogramm etablieren. Es kann irgendwann einmal zum "Selbstläufer" werden.

Denn es ist gut und wichtig für diese Stadt, die durch das Kulturfest irgendwie jünger wirkt und wird.

Ich frage Sie, meine sehr geehrten Damen und Herren, ist es nicht großartig, dass sich auch in diesem Jahr zahlreiche Organisationen aus der Stadt an Vorbereitung und Durchführung beteiligt haben?

Ist es nicht großartig, dass neben der Marketinggesellschaft Bad Sachsa, Stadtwerke und Bädergesellschaft, vor allen Dingen auch die Werbegemeinschaft Bad Sachsa aktiv dabei war und ist?

Ich möchte mich hierfür sehr herzlich bedanken und hoffe, dass dies nicht die letzte aktive Beteiligung war, sondern ihre Fortsetzung finden wird. Mein Dank gilt natürlich auch den Johannitern und der Rappelkiste, die die Angebote für Kinder wieder durchgeführt haben.

Aktiv dabei sein heißt ja nicht nur Manpower und Finanzmittel hineinstecken, sondern auch Ideen und Überzeugungen.

In diesem Falle vor allen Dingen auch die Überzeugung, dass es sich lohnt, Veranstaltungen durchzuführen, an denen Menschen mit und ohne Behinderung beteiligt sind. Das ist gelebtes Miteinander, zeigt Akzeptanz und führt hoffentlich zu immer mehr Verständnis füreinander.

Da soeben auch das Stichwort Finanzmittel gefallen ist, möchte ich mich an dieser Stelle auch bei der Stadtparkasse Bad Sachsa bedanken, die in diesem Jahr mit einem wirklich angemessenen Betrag ihre Unterstützung dokumentiert hat.

Es ist auch großartig, dass ich schon Anfang des Jahres aus der Bevölkerung gefragt wurde, ob das Kulturfest wieder stattfinden wird.

Das zeigt, die Menschen hier haben darauf gewartet, neben den Fanfarenzügen aus Neuhof und der Johanniter auch wieder Blues, Rock und Country-Music zu hören. Hier sind Interessenpotentiale und wir sollten auf diese auch weiterhin eingehen.

Der heutige Morgen hier im Schützenhaus ist nicht durch Musik geprägt, sondern durch darstellende Kunst.

Ich bin der integ-Jugend im Sozialverband sehr dankbar, dass wir heute hier die Ausstellung "Kinder malen barrierefrei" eröffnen dürfen.

Das Motto "Wie würdest du die Welt für Menschen mit Behinderungen verändern", hat große Resonanz gefunden. Europaweit, also auch über Ländergrenzen hinweg, denn es war ja durch die Europäische Kommission initiiert.

Dieses Motto hat es geschafft, dass sich Kinder auf sehr kreative Art und Weise damit auseinander gesetzt haben, was "barrierefrei" eigentlich heißt.

Aus meiner Sicht müssen wir uns alle mit diesem Thema auseinandersetzen. Es gibt unterschiedliche, vielfältige Barrieren in dieser Gesellschaft, materielle und immaterielle, direkt sichtbare, aber auch unsichtbare.

Materielle Barrieren gibt es z. B. im Straßenbau: Noch vor wenigen Jahren hatten wir in Bad Sachsa auf den Straßen kaum Übergänge, die abgesenkt waren und Rollstuhlfahrern ein leichtes Überqueren der Straße ermöglichen. Jetzt wird darauf geachtet, dass die Barrieren beim Ausbau unserer Straßen verschwinden.

Sie alle wissen auch, wie oft gerade in öffentlichen Gebäuden Zugangsmöglichkeiten für gehbehinderte Menschen fehlen. Daran muss weiter gearbeitet werden, auch bei knappen oder leeren öffentlichen Kassen.

In Bad Sachsa haben wir es in den letzten 20 Jahren glücklicherweise geschafft, die inneren, unsichtbaren Barrieren gegenüber Menschen mit geistiger Behinderung etwas abzubauen. Seit dieser Zeit existiert das Wohnheim Eulingwiese der Lebenshilfe bzw. der Harz-Weser-Werkstätten und die Menschen, die dort wohnen, sind in der Stadt integriert, gehen einkaufen, nutzen öffentliche Einrichtungen usw.

Das ist auch gut so und ich hoffe, dass mit den Menschen, die in der heutigen Zeit jung sind, mit den Kindern, die sich Gedanken machen, was barrierefrei bedeutet und was es andererseits bedeutet, an Grenzen zu stoßen, künftige Generationen heranwachsen, die tiefe Akzeptanz gegenüber der Andersartigkeit bzw. Verschiedenheit von Menschen besitzen.

Wenn das Kulturfest Bad Sachsa, wenn die heutige Ausstellung dazu beiträgt, das Gefühl zu stärken, "jeder ist ein Teil des Ganzen", so wie es im Briefkopf der integ-Jugend steht, jeder ist ein Teil des Ganzen und ich bin anders als die anderen, aber jeder Mensch, auch der Mitmensch mit Behinderungen ist einzigartig, dann hat die Ausstellung und das Kulturfest Bad Sachsa insgesamt ein Ziel erreicht:

Nämlich einen Beitrag zu leisten für wechselseitige Akzeptanz und Toleranz.

Die heutige Gesellschaft hat Toleranz und Akzeptanz bitter nötig.

Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit.
zu den Impressionen
Aktion Mensch
Bad Sachsa
Die Johanniter
Integ: Die Jugend im SoVD Niedersachsen
SoVD Landesverband Niedersachsen
Salztal-Paradies
Werbegemeinschaft Bad Sachsa
Harzkurier
Volkswagen
Stadtsparkasse Bad Sachsa
Programm für den 7. Mai Programm für den 8. Mai Programm für den 9. Mai